Denkmal des Monats

Denkmal des Monats November

Buchwaldweg 2

Pfarrgemeindezentrum St. Paul

Denkmal des Monats Oktober

Römerstraße 166, 168

Großdeutschlandkaserne, später Campbell Barracks

Großdeutschlandkaserne, später Campbell Barracks, in Heidelberg.
Großdeutschlandkaserne, später Campbell Barracks, in Heidelberg.

Die Großdeutschlandkaserne ist ein typisches Zeugnis für die Remilitarisierung des Deutschen Reiches unter der nationalsozialistischen Herrschaft. In der Folge der Wiedereinführung der Wehrpflicht 1935 wurden die Mannschaftsstärken der bisher zahlenmäßig begrenzten Wehrmacht massiv erhöht. In diesem Zusammenhang entstand 1936/37 die Großdeutschlandkaserne nach Plänen des Heeresbauamts Mannheim unter Leitung von Regierungsbaurat Dietrich Lang für das Infanterieregiment Nr. 110. Nach 1945 diente der Komplex als Hauptquartier der US-Army Europe und der Landstreitkräfte der NATO. Dem baulichen Konzept lagen für die Wiederaufrüstung entwickelte Einheitspläne zu Kasernenbauten der Wehrmacht zugrunde, die funktionale und hygienische Gesichtspunkte berücksichtigten.

Innenansicht der Kirche St. Paul.
Innenansicht der Kirche St. Paul.

1965–72 in drei Bauabschnitten nach Plänen von Lothar Götz errichtet. Entsprechend den Notwendigkeiten des neuen Stadtteils mit Kindergarten, Gemeindesaal, Jugendräumen und Pfarrhaus begonnen; die Kirche 1970–72 erstellt. Funktionalistische Stahlbetonbauten, die um ein offenes Atrium angeordnet sind; kein Glockenturm. Der hanglagige Kirchenbau ein mächtiger, fensterloser Betonblock mit vorgekippten Attikaplatten als Dachkranz. Allein ein abseits des Eingangs, auf der nördlichen Ostwand angebrachtes, großes Kreuz gibt die sakrale Funktion zu erkennen.

 

 

Der über Sheddächer gleichmäßig belichtete Innenraum in Gestalt eines frühchristlich geprägten Forums: Das amphittheatralisch eingepasste Gestühl bildet einen Halbkreis um den freistehenden Hauptaltar, die Werktagskapelle, die Taufkapelle und die Beichtnischen jeweils nur durch halbhohe Wände abgeteilt, um den Einheitsraum nicht zu beeinträchtigen. Das mittels eingehängter Holztafeln (Afrormosia) warm reflektierte Licht im Holzton des Gestühls wieder aufgenommen. Gelungene Umsetzung des Zweiten Vatikanischen Konzils. Taufstein, Taufleuchter und Altarkreuz von Josef Henger aus Ravensburg. Die Gemeindebauten, flachgedeckte Betonbauten mit vorgehängten Aluminiumblechen, sämtlich vom terrassierten, mit Waschbetonplatten belegten Hof erschlossen. Die ursprünglich schalungsrauen Betonoberflächen nachträglich beschichtet.

An der Römerstraße steht das durch einen Uhrturmaufsatz gekennzeichnete Kommandostabsgebäude. Um den rückwärtig anschließenden Exerzierplatz gruppieren sich seitlich je drei Mannschaftsgebäude und eine Exerzierhalle. Im hinteren Teil des Geländes umschließt ein dreiflügeliger Bau aus zentraler Reithalle und Stallflügeln den Reitplatz. Seitlich sind Nebengebäude wie Krankenpferdestall, Hufschmiede, Kraftfahrzeughallen und Waffenlager angeordnet. Abseits liegt das Offiziersheim mit rückwärtiger Gartenanlage.

 

Stabs-, Mannschafts- und Wirtschaftsgebäude sind langgestreckte, blockartige Putzbauten mit Schieferwalmdach. Als Referenz an die örtliche Bautradition im Sinne des Heimatschutzes zeigen die Gebäude Gliederungselemente in rotem Sandstein. Im technisch geprägten, hinteren Kasernenbereich sind die Bauten in Klinker erstellt. Eine aufwendige architektonische Gliederung wurde in der Straßenfassade des Stabsgebäudes mit den kolossalen Wandbündelpfeilern des Mittelteils realisiert. Ein differenziertes Bildprogramm strebt eine identitätsstiftende Verankerung des neu aufgestellten Infanterieregiments Nr. 110 in der deutschen Militärgeschichte an. So sind wiederholt Soldaten unterschiedlicher Epochen dargestellt: als „Kriegerheilige“ überhöht in Pfeilerfiguren am Stabsgebäude, als Wächterfiguren in Form eingetiefter Reliefs an Eingangsgewänden der Mannschaftsbauten und in den herausragenden, von der Mayerschen Hofkunstanstalt in München gefertigten Farbglasfenstern des Offiziersheims. Im letztgenannten Gebäude sind umfangreiche Reste der bauzeitlichen Innenausstattung überliefert.

 

Stabsgebäude mit kolossalen Wandbündelpfeilern im Bereich des Mittelteils.
Stabsgebäude mit kolossalen Wandbündelpfeilern im Bereich des Mittelteils.
Stabsgebäude mit kolossalen Wandbündelpfeilern im Bereich des Mittelteils.
Stabsgebäude mit kolossalen Wandbündelpfeilern im Bereich des Mittelteils.
Wächterfigur in Form eines eingetieften Reliefs an einem der Eingangsgewände eines Mannschaftsbaus.
Wächterfigur an einem Türgewände.

Denkmal des Monats September

Kurfürstenanlage 42, Gaswerkstraße 2

Städtisches Elektrizitätswerk

 

1899-1900 durch die Direktion der Gas- und Wasserwerke unter der Projektleitung von Walter Rathenau auf dem ehememaligen Gaswerkgelände errichtet. Von dem ursprünglich umfangreicheren Komplex sind die Maschinenhalle an der Gaswerkstraße, das Eingangsgebäude mit Schalterraum, Laboratorium und Magazin an der Ecke zur Alten Eppelheimer Straße und die westlich anschließende Akkumulatorenhalle mit Schornsteinbau erhalten. Reiche, zur Stadt orientierte Schauarchitektur im Stil eines malerischen Historismus. Die funktional unterschiedlichen Gebäudeteile sind durch eine jeweils eigene Gliederung charakterisiert, wobei der stilistische Grundtenor, nämlich die Formensprache der Romanik, eine Konstante darstellt. Die große Maschinenhalle zeigt eine typische Gestaltung mit großen Rundbogenfenstern und über die gesamte Fassadenhöhe vortretende Strebepfeiler, die zusammen mit den Putzfeldern, Rundbogen- und Konsolfriesen den Eindruck romanischer Sakralbauten hinterlässt. Das Eingangsgebäude wird durch die abgerundete Ecke, aus der ein zylindrisches Türmchen emporragt, und ein spätromanisches Portal mit Stummelsäulchen, dickwulstiger Archivolte und dem Stadtwappen im Scheitel, alles überzogen von jugendstiltypischen Flächenornamenten, besonders hervorgehoben. Bemerkenswert sind die Zwillings- und Drillingsfenster mit Hufeisenbögen, die der maurischen Architektur entliehen sind. Der höhere Bau der Akkumulatorenhalle ähnelt im Fassadenaufbau einem romanischen Palas, wird allerdings durch gotisch anmutende Treppengiebel von den benachbarten Gebäuden getrennt. Raumstruktur und Innenausbauteile sind zum Teil erhalten

Maschinenhalle des Kraftwerks mit großen Rundbogenfenstern und vortretende Strebepfeiler.
Maschinenhalle des Kraftwerks mit großen Rundbogenfenstern und vortretende Strebepfeiler.
Eingangsgebäudes des Kraftwerks mit abgerundeter Ecke, aus der ein Türmchen emporragt.
Eingangsgebäudes des Kraftwerks mit abgerundeter Ecke, aus der ein Türmchen emporragt.
Eingangsgebäudes des Kraftwerks mit abgerundeter Ecke, aus der ein Türmchen emporragt.
Eingangsgebäudes des Kraftwerks mit abgerundeter Ecke, aus der ein Türmchen emporragt.

Denkmal des Monats August

Bergheimer Straße 153

Schlachthof, später Betriebshof der Heidelberger Verkehrsbetriebe

 

Von der 1892/1893 durch Stadtbaumeister Otto Ehrmann am Rande Bergheims nach damals modernsten Kriterien mit Schlachthallen, Ställen, Verwaltungs-, Restaurations- und Wohnräumen erbauten Musteranlage ist das charaktervolle Torensemble aus zwei Werksteinbauten und einem Uhrenturm erhalten. Das östliche Gebäude wurde als Gastwirtschaft mit angrenzender Gartenbewirtschaftung, das westliche als Direktions- und Verwaltungsgebäude errichtet. Die repräsentative Wirkung der Anlage geht zum Einen auf ihre spiegelbildliche, zwei Einfahrten und den Turm umschließende Anordnung zurück, zum Andern auf die anspruchsvolle Gestaltung durch mittelalterliche Architekturzitate und Fachwerkelemente. Der Uhrenturm folgt in Aufbau und Einzelformen italienischen Rathaustürmen des Spätmittelalters. Der vollplastisch gearbeitete Ochsenkopf am Uhrturm verweist noch heute auf die ursprüngliche Nutzung des Areals.

Links das Gebäude der Gastwirtschaft, rechts das Direktions- und Verwaltungsgebäude.
Östlich das Gebäude der Gastwirtschaft, westlich das Direktions- und Verwaltungsgebäude.
Links das Gebäude der Gastwirtschaft, rechts das Direktions- und Verwaltungsgebäude.
Östlich das Gebäude der Gastwirtschaft, westlich das Direktions- und Verwaltungsgebäude.